Die Unsicherheit des Neuen – Teil 1

Erst ist da Trauer.
Sie scheint allgegenwärtig.
Mein Blick fällt auf den leeren Schreibtisch
Und ich spüre einen Kloß im Hals.
Ich gehe die Treppe hinunter ins Bad,
die Schultern und der Kopf fühlen sich unsagbar schwer an.
Es wäre so viel einfacher, sich jetzt hinzulegen.
Hier auf den Boden.
Und nicht mehr aufzustehen.
Kurz überlege ich, der magischen Anziehungskraft nachzugeben.
Aber ich befürchte, danach nicht wieder aufstehen zu können.
Also weiter.
Im Bad fehlt deine Zahnbürste, dein ganzer Toilette-Kram.
Alles weg.
Mein Herz zieht sich zusammen.
Du fehlst mir so sehr.
In der Küche mache ich die kleingeschnittenen Äpfel vom Vortag in die Schüssel.
Ich denke daran, wie du sie gestern noch geschnitten hast.
Wie wir gelacht und uns immer wieder umarmt haben.
Weil wir jede mögliche Berührung noch auskosten wollten.
Weil wir wussten, wie sehr wir einander fehlen würden.
Der Kloß in meinem Hals wird größer.
Ich möchte ihn hinunterschlucken, aber er will nicht.
Und ich werde von einem Weinkrampf überrollt.
Er entlädt sich und mein Leben scheint mir hoffnungslos und leer.
Die Tränen kullern über meine Wangen.
Ich hasse Abschiede.
Vor allem Abschiede von Menschen, die mir lieb und teuer sind.
Und nun ein Abschied von dem Leben, das wir geführt haben.
Nun wird alles anders.
Wir kehren unserem bisherigen Leben den Rücken zu und schlagen einen neuen Weg ein.
Auf Etappen.
Abschiede sind beschissen.

Gedanken über Lebenswege

Chancen, unzählige Möglichkeiten, dein Leben zu leben.
Ergreife nur eine und du wirst dich fragen,
ob die andere nicht doch besser gewesen wäre.
Ob sie dein Leben glücklicher gemacht hätte oder wahrhaftiger.
Vielleicht hätte sie das, aber es ist sinnlos, danach zu fragen.
Es macht dich nur unglücklich, rastlos und müde.
Entscheide dich für eine der vielen Möglichkeiten.
Riskiere es, geh aufs Ganze.
Und solltest du doch feststellen, dass es dich in eine Sackgasse bringt,
wähle einen anderen Weg und gehe ihn weiter.
Denn solange du gehst und versuchst einen Weg zu finden,
solange bist du unterwegs und hast Chancen,
Möglichkeiten, die du ergreifen kannst,
die deinen Weg beeinflussen, verändern werden.
Ihn steiniger werden lassen oder auch weicher.
Solltest du doch mal straucheln und nicht mehr weiter können,
dann gib dir die Zeit auszuruhen.
Setz dich auf eine Bank am Wegesrand
und schau auf den Weg hinter dir.
Schau dir an, was du schon alles geschafft hast.
Schau dir die glücklichen, schönen Momente an,
aber auch die traurigen, schwierigen Augenblicke.
Vielleicht schließt du auch deine Augen und stellst dir vor,
du bist schon viel weiter auf deinem Weg.
Du malst dir aus, wie fröhlich du die weitere Strecke beschreiten wirst.
Vielleicht macht dir das Mut.
Vielleicht gibt es dir Kraft.
Genug Kraft um die Augen zu öffnen, aufzustehen und weiterzugehen.
Weiterzugehen auf deinem Weg.
Egal wohin er führen wird, er gehört dir.
Dir allein.
Es ist dein Weg, kein anderer Mensch kann ihn für dich gehen.
Und das ist gut so.

Lisa fängt an…

1. Februar 2021

Worum es auf diesem Blog gehen soll, ist mir selber noch nicht völlig klar.
Kein guter Start? Vielleicht.
Aber ich möchte mir die Freiheit lassen, einfach mal anzufangen ohne mir zuvor einen Plan erstellt zu haben und abzuwarten, wohin es sich entwickelt. Was daraus wird, werden wir dann schon sehen 😉

Lisa schreibt…
aber was eigentlich?
Gedichte, Geschichten, Gedanken
über Menschen, Natur, Kochen, Liebe, Emotionen, mentale Gesundheit, Zweifel, Selbstwert, Nachhaltigkeit, Musik … das Leben.

Ich beginne mal mit ein paar Gedanken, die mir durch den Kopf gehen:

Anfang
Ein komisches Wort
Wird es umgedreht, heißt es ‚fang an‘
Eine Aufforderung also
Kommt es vom Fangen und muss dafür nicht erst einmal jemand etwas werfen, damit ich es auf’fangen‘ kann?
Ist der Anfang dadurch immer abhängig von anderen Menschen?
Kommt die Initialzündung zu einem Anfang also immer von außen?
Das kann nicht stimmen
Nochmal von vorn
Anfang
Der Beginn eines Vorgangs
Damit es vorangehen kann, muss man erst anfangen
Das leuchtet mir ein
Also tue ich das:
Ich fange an

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